Runder Tisch zur fairen Beschaffung von Berufsbekleidung

Die Beschaffung von Berufskleidung nach fairen Kriterien ist in Leipzig wie in ganz Sachsen noch alles andere als unproblematisch. Hier gilt es, nachzubessern.

Ein „Runder Tisch“ zu den Möglichkeiten und Grenzen bei der Beschaffung fair produzierter Berufskleidung fand am 27.11.2014 im Neuen Rathaus Leipzig statt.
Organisiert wurde das Beschaffertreffen vom Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen, dem „Eine Welt e.V. Leipzig und der Leipziger Stadtverwaltung.

Teilnehmer waren Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltungen Dresden und Hoyerswerda, der zentralen Beschaffungsstelle der sächsischen Polizei, der IHK Leipzig sowie Fachleute der Leipziger Branddirektion, des Hauptamtes, des Ordnungsamtes und des Eigenbetriebes Stadtreinigung. Referentinnen und Referenten waren Juliane Kühnrich vom Verein World, Economy, Ecology & Development (weed), Antonia Mertsching vom Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen (ENS) und Martin Finke vom Eine Welt e.V. Leipzig.

Beschaffertreffen vom 27.11.2014

Neben Hintergrundinformationen zu den nach wie vor teils kritischen Produktionsbedingungen im Textilsektor auch innerhalb von Europa, ging es vor allem um die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen bei Ausschreibungen und im Hinblick auf eine faire Beschaffung von Berufsbekleidung, denn nach wie vor gibt es wenig Hilfestellung für faire Beschaffungskriterien. Daher wollen die Teilnehmer sich gemeinsam

  • bei der Landesregierung für eine Erleichterung bei der Anwendung von Fairtrade-Kriterien bei Beschaffungsvorgängen einsetzen, bis hin zu einer Änderung des Sächs. Vergaberechts;
  • bei den kommunalen Verbänden wie SSG und DST dafür einsetzen, dass auf Landes- und Bundesebene die Kommunen zur Anwendung fairer Vergabekriterien angehalten und dazu durch bundes- und landesweites, vereinheitlichtes „Handwerkszeug“ dazu in die Lage versetzt werden (dazu gehören vor allem rechtssicherte Formulierungen für faire Kriterien und / oder anerkannte Labels / Zertifikate);
  • beim Bund über die den Kommunen zur Verfügung stehenden Kanäle dafür einsetzen, dass die „Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung“ personell und materiell in die Lage versetzt wird, Kommunen im Allgemeinen ,aber auch in konkreten Beschaffungsfällen wirkungsvoll Unterstützung zu geben.

Beim Bemühungen um eine stärker auf faire Kriterien orientierte Beschaffung hoffen die Akteure auf „Rückenwind“ durch das Vorhaben, dass Leipzig sich im kommenden Jahr um den Titel „Hauptstadt des fairen Handels“ bewerben will.