Ideenwettbewerb „Bildung für Fairen Handel in Leipzig“

Der Welthandel geht mit den Erzeugerinnen und Erzeugern von Produkten, insbesondere im globalen Süden, nicht gerecht um. Damit wir vieles billig kaufen und im Überfluss haben können, wird die eigentliche Arbeit dafür nicht auskömmlich entlohnt. Soziale Standards und finanzielle Sicherheiten beanspruchen wir selbstverständlich für uns, aber wie sieht es damit bei den Produzentinnen und Produzenten von Schokolade, Kaffee, Baumwolle und Fußbällen aus? Dabei bestehen sehr wohl Möglichkeiten, den Weltmarkt positiv zu beeinflussen: der Faire Handel macht es möglich.

Um das Wissen über die Bedingungen von Fairem Handel und Produktion zu fördern, lobt das Netzwerk Leipzig handelt fair deshalb erstmalig einen Ideenwettbewerb für neue Bildungsformate aus. Hier finden Sie die genaue Beschreibung des Ideenwettbewerbs als pdf zum download.

Die Fragestellung dieses Wettbewerbs lautet:

Wie können wir Menschen in Leipzig mit Informationen zu Fairem Handel erreichen?

Drei Siegerentwürfe für die besten umsetzbaren Bildungsideen erhalten je ein Preisgeld von 300 EUR. Für jedes der drei ausgezeichneten Projekte stehen für die Umsetzung des Konzepts jeweils noch einmal bis zu 700 EUR zur Verfügung. Die Umsetzung der Idee kann entweder von dem/der Einreicher*in durchgeführt oder auf andere übertragen werden.

Gesucht werden Bildungsideen zu drei thematischen Schwerpunkten:

  • Integration des Fairen Handels in Organisationen
  • Ansprache von Zielgruppen, für die es in Leipzig noch kein oder kein passendes Bildungsangebot gibt. Dazu gehören beispielsweise Kinder im Vorschulalter, Migrant*innen, einkommensschwache Familien oder Senior*innen, aber auch Organisationen und Institutionen
  • Ideen zur Stärkung der Wahrnehmung von Informationen und Fakten zum Fairen Handel im öffentlichen Raum

Besonders werden Konzepte positiv bewertet, die neben diesen Schwerpunkten eine Kooperation mit Akteur*innen planen, die auf diesem Gebiet bisher noch nicht aktiv waren.

Wer kann sich beteiligen?

Für die Teilnahme am Wettbewerb gibt es keine Einschränkungen.

Zum Ablauf:

  • Wettbewerbsstart: Juni 2020
  • Abgabe der Beiträge: bis zum 31. Juli 2020 per Mail aninfo@leipzig-handelt-fair.de . Nachfragen zum Wettbewerb können ebenfalls an diese Mailadresse gestellt werden. Bewerbungsformular gibt es hier.
  • Tagung der Fachjury: Ende August/Anfang September
  • Prämierung der drei besten Ideen im Rahmen der Fairen Woche 2020 vom 11.-25. September 2020
  • Umsetzung der Ideen durch die Ideengeber*innen oder ggf. durch andere Akteure: November 2020 bis Sommer 2021
  • Kurzbericht zur erfolgten Umsetzung während der Fairen Woche 2021

Wettbewerbsunterlagen

Zur Einreichung Ihrer Idee nutzen Sie bitte das Formular.Bewerbungsformular gibt es hier.

Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge sollen konzeptionell weitgehend ausgearbeitet sein und entweder selbst, durch die eigene Organisation/Initiative oder auch durch Dritte durchführbar sein. Außerdem soll ein Plan für die Umsetzung und eine grobe Kostenkalkulation enthalten sein.

Unsere Unterstützung für Ihr Projekt

Für die Umsetzung der Projektidee können bis zu 700 EURO zur Verfügung ge-stellt werden.

Darüber hinaus begleiten wir Sie gern bei der Projektumsetzung und bei der weiteren Fördermittelakquise für langfristig und mehr-jährig angelegte Projekte.

Sie können Ihr Projekt prominent bei den jährlichen Netzwerktreffen vorstellen.

Grundsätzlich können aber auch alle Initiativen und Projekte, die nicht ausgezeichnet wurden, bei überschaubaren Kosten Anträge über den Mikroprojektefonds beim Netzwerk Leipzig handelt fair stellen.

Zum Hintergrund

Der Leipziger Stadtrat hat sich mit Beschlüssen zum Fairen Handel und zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen bekannt. Leipzig ist seit 2011 Fairtrade Town und wurde 2019 zum zweiten Mal mit einem der fünf Hauptpreise im deutschlandweiten Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ ausgezeichnet. Dazu leisten viele Initiativen im Netzwerk Leipzig handelt fair ihren wesentlichen Beitrag.

Das Ziel des Netzwerks ist die Stärkung des Fairen Handels durch nachhaltigen und bewussten Konsum als Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Frieden in den Produzentenländern. Das ist auch Inhalt der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele oder „Sustainable Development Goals“ (kurz „SDGs“), beschreiben die neue, dritte Generation der Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen und wurden am 25. September 2015 von der internationalen Staatengemeinschaft beschlossen. Die 17 Ziele mit ihren 169 Unterzielen, auch Agenda 2030 genannt, richten sich erstmals auch an die sogenannten entwickelten Länder und nicht mehr nur an die des globalen Südens. Den Menschen in den entwickelten Ländern werden damit eigene Aufgaben bei der Weiterentwicklung der Weltgemeinschaft aufgezeigt.

Obwohl viele langjährige und engagierte Initiativen schon Beiträge zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele leisten, sind die SDGs für sie oft noch unbekannt. Der Faire Handel ist ein solches, wichtiges Instrument zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda durch Kommunen und besonders auch lokale Akteure.

Für fünf SDGs kann der Faire Handel direkte, wichtige Beiträge vor Ort in den Kommunen leisten, und zwar:

Der Wettbewerb soll Ideen sammeln, wie die Informationslage über den Handlungsbedarf und die Handlungsmöglichkeiten von Einzelnen und Institutionen verbessert werden kann. Insbesondere gesellschaftliche Gruppen, die in der Regel von Bildungsangeboten zum fairen Handel nicht angesprochen werden, sind dabei von besonderem Interesse.


Finanziert aus Mitteln des Preisgeldes des Wettbewerbs Hauptstadt des Fairen Handels 2019.