Faire Grabsteine für ein würdiges Gedenken

Würdiges Gedenken

Zum diesjährigen Totensonntag werden wieder zahlreiche Besucher auf Leipzigs Friedhöfen erwartet.  Zu diesem Anlass beginnt in der Messestadt eine Informationskampagne zum Thema „Grabmale aus fairer Produktion“. Dazu werden ab dem Totensonntag, 23. November, beginnend auf den städtischen Friedhöfen, entsprechende Faltblätter ausliegen.

„Wir wollen versuchen, die Menschen durch Information und Aufklärung für faire Grabsteine zu gewinnen und sie auf freiwilligem Wege dazu bewegen, sich für den bewussten Kauf von fairen Grabsteine zu entscheiden“, erklärt Heiko Rosenthal, Leipzigs Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport, der sich im Rahmen der lokalen Agenda 21 für das Thema „Fairer Handel“ einsetzt.

Am Totensonntag nehmen sich die Besucher Zeit, ihrer Verstorbenen zu gedenken. Mit der Wahl einer Grabstätte ist es den Angehörigen wichtig, in würdiger Form an die geliebten Menschen zu erinnern. Das Material für diese Grabmale wird in Steinbrüchen in der ganzen Welt und auch in Deutschland gebrochen. Etwa 40 Prozent der Natursteine kommen allerdings aus Ländern, wo ausbeuterische Kinderarbeit in den Steinbrüchen noch an der Tagesordnung ist. So erklärt es sich, dass Natursteinprodukte aller Art gegenwärtig zu Niedrigstpreisen auf den deutschen Markt gebracht werden, die auch als Grabsteine Verwendung finden. Die Aktion steht im Kontext der Vorbereitungen auf die Bewerbung um den Titel „Haupstadt des fairen Handels“ im kommenden Jahr.

Zu diesem Zweck hat sich eine Initiative zusammengefunden, zu welcher die Vertreter der regionalen Friedhofsträger – Evangelische Kirche, Stadt Leipzig und israelitische Religionsgemeinde – , der Katholischen Kirche, der Leipziger Steinmetzinnung, des Landesinnungsverbandes des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks Sachsen, der Kreishandwerkerschaft, des DGB und der Stadt Leipzig gehören.

Ziel der Initiative ist nicht die generelle Abschaffung der in diesen Ländern oft üblichen Kinderarbeit, denn trotz der menschenunwürdigen Bedingungen sind viele Familien auf die Einkommen der Kinder angewiesen. Zuerst einmal geht es stattdessen um die Gewährleistung von konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der Arbeiter und insbesondere von Kindern, vor allem ein regelmäßiger Schulbesuch und die Einhaltung von Arbeits- und Gesundheitsschutzbestimmungen.

Ausbeuterische Kinderarbeit bei der Produktion von Grabsteinen kann vermieden werden, wenn Gestein aus europäischer Herkunft oder mit anerkannter Zertifizierung verwendet wird oder auch besonders erhaltenswerte Grabsteine wiederverwendet werden.

Nähere Informationen finden Sie in den folgenden Dokumenten, die zum Download bereit stehen:

Faltblatt zu Grabmalen aus fairer Produktion

Leipziger Positionspapier zu Grabmalen aus fairer Produktion