Speaker’s Tour: Chique Mode die krank macht

Gesundheitsschutz und Sicherheit sind in den Fabriken der globalen Bekleidungsindustrie immer noch Mangelware. Das beweisen die vielen Unfallmeldungen der letzten Jahre: Fabrikbrände und der Gebäudeeinsturz der Rana Plaza-Fabrik in Bangladesch forderten jährlich unzählige Opfer. Mit diesem Thema beschäftigt sich eine Veranstaltung der Fairtrade-Town Leipzig am Montag den 20. März.

Fabrikarbeiter beim Sandstrahlen von Jeansstoff

Sandstrahlen von Jeansstoff -Foto by Allison Joyce

Neben den meist unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen an Fabrikgebäuden und Fertigungsmaschinen birgt insbesondere das Sandstrahlen von Jeans, das zur Herstellung des sogenannten „Used Look“ verwendet wird, große Risiken für die Gesundheit der Angestellten. Das Einatmen großer Mengen Staubs führt dabei in vielen Fällen zur Silikose, allgemein bekannt unter der Bezeichnung Staublunge, eine unheilbare Lungenkrankheit, die zuvor vor allem im Zusammenhang mit der Arbeit in Mienen oder auf Baustellen festgestellt wurde.

 

Um diesen negativen Entwicklungen Einhalt zu gebieten machte in den Jahren von 2010 bis 2012 die Clean Clothes Campaign die tödlichen gesundheitlichen Folgen türkischer Sandstrahler öffentlich und konnte ein Verbot dieser Technologie als Selbstverpflichtung der Jeansmarken erreichen. Doch was haben die Selbstverpflichtungen letztlich gebracht? Und wie sehen die Bedingungen heute, 5 Jahre später in der türkischen Bekleidungsindustrie aus?

Darüber wird Abulhalim Demir berichten, der ehemals selbst als Sandstrahler in der türkischen Modeindustrie arbeitete. Neben der Bericht von seinen eigenen Erfahrungen, zeigt er Filme und geht auf die derzeitige Situation in der Bekleidungsindustrie ein.

Sie sind herzlich eingeladen an der Veranstaltung im Grünschnabel-Shop in der Nikolaistraße 20 teilzunehmen, Beginn ist um 20 Uhr.