Labels

Dies ist nur eine kleine Zusammenstellung zu den wichtigsten Siegeln im fairen Handel. Wer es genau wissen möchte, kann sich auch auf der Seite http://www.siegelklarheit.de der Bundesregierung oder auf http://label-online.de der Verbraucherinitiative e.V.  umschauen.

Grundsätzlich kann man zwei Arten von Zertifizierungen unterscheiden:

Fairtrade Germany / Miriam Ersch

1.) Zertifizierung einzelner Produkte: Dabei bezieht sich ein entsprechendes Label auf ein bestimmtes Produkt, welches entsprechenden Kriterien entspricht. Das bekannteste Label ist Fairtrade.

 

Foto: Fairtrade Germany / Miriam Ersch

 

lieferantenkatalog

GS-logo2.) Zertifizierung von Fairhandelsorganisationen: Hier wird geprüft und bestätigt, das die ganze Organisation eine Fairhandelsorganisation ist. Am bedeutendsten ist die WFTO. Das entsprechende Logo wird von den Mitgliedern erst seit kurzem auch für die Kennzeichnung von Produkten genutzt.

Desweiteren zertifiziert der Weltladendachverband Fairhandelsimporteure.

Die größten fairen Importeure und Händler sind beispielsweise:

  • GEPA: 1300 Produkte, seit 1975
  • Contigo: 1800 Produkte, seit 1994
  • GLOBO: seit 1973
  • dwp: seit 1988
  • El Puente: 5000 Produkte, seit 1972
  • Banafair

LEBENSMITTEL, KUNSTHANDWERK

Überwiegend auf Lebensmitteln und Kunsthandwerk finden sich diese wichtigsten Produktsiegel:

  • Fairtrade: Für jeden Produktbereich wird ein Standard erstellt. Erhältlich sind Kaffee, Südfrüchte, Fruchtsaft, Mischgetränke, Kakaogetränke, Schokolade, Zucker, Honig, Süßwaren, Eiscreme, Tee, Reis, Wein, Blumen, Textilien, Sportbälle. Die Produzenten des Südens sind in entsprechenden Gremien vertreten. Weiterverarbeiter der Rohstoffe hierzulande müssen eine Lizenz erwerben.
  • Naturland Fair: Kombination aus Ökolabel und Fairtradezertifizierung. Wird vorrangig für Lebensmittel genutzt. Kann, im Gegensatz zu anderen Fairtradezertifizierungen auch für heimische Produzenten genutzt werden, beispielsweise für Milchprodukte.
  • Hand-in-Hand: Eine Zertifizierung, die von der Rapunzel aus dem Naturkostbereich hervorgeht. Die Kriterien sind ähnlich wie bei Fairtrade, allerdings ist die Einbindung in die globalen Vernetzungsstrukturen nicht so stark wie bei Fairtrade.
FT naturlandfair handinhand

 


BEKLEIDUNG / TEXTILIEN

Für Bekleidung / Textilien ist es aufgrund der (verhältnismäßig) langen Zyklen bis zur Marktreife (12-18 Monate) sowie aufgrund komplizierter Produktionsprozesse schwieriger, einheitliche und faire Standards durchzusetzen. Viele Bestandteile eines Kleidungsstücks – wie Knöpfe oder Garn – werden global an verschiedenen Orten produziert, zugeschnitten, gefärbt, bedruckt, gewebt, genäht oder verpackt. Es bedeutet immensen Aufwand, die Produktionsschritte transparent zu kontrollieren und deshalb kann kein Gütezeichen heute den Gesamtprozess vollständig abdecken.

Mit den Shoppingtips der Clean Clothes Kampagne bekommen Sie einen besseren Überblick, unter anderem gibt es dort eine Firmencheck-Datenbank mit über 50 Fashion- und Outdoor-Unternehmen und Informationen zu Bekenntnis und Umsetzung von Transparenz, Verhaltenskodex und unabhängigem Monitoring. Die meisten bekannten Marken sind vertreten. Sehr interessant zu lesen, da man viel Neues über die Kleidung lernen kann, die man trägt.

 FTcotton  fairwearfoundation  gotssiegel

​Die wichtigsten Siegel für Kleidung und Textilien mit Bezug zum fairen Handel sind:

  • FAIRTRADE-Baumwolle (seit 2005):  Vorrangig wird die Baumwolle nach klassischen Fairtradekriterien gehandelt. Zusätzlich gelten Standards für die Weiterverarbeitung. Die Standards wurden im März 2016 aktualisiert und enthalten jetzt auch die Verpflichtung innerhalb von 6 Jahren existenzsichernde Löhne zu zahlen.
  • Fair Wear Foundation (seit 1999): Die FWF ist eine sogenannte Multi Stakeholder Initiative, in der sowohl Firmen, als auch Gewerkschaft und NGO´s Mitglied sind). Arbeitsbedingungen und Löhne werden in einem Prozess verbessert und unabhängig überprüft. Die Verbesserungen zielen vorrangig auf den Bereich der Konfektionierung („Zusammennähen“) ab.
  • GOTS (Global Organic Textile Standard)(seit 2002): Ein Siegel für giftfreien Anbau und Weiterverarbeitung von Naturtextilien (Vorgänger war das Siegel „IVN zertifiziert Naturtextil“). Vorrangig ein Ökosiegel, das auch die Einhaltung der sogenannten ILO-Kernarbeitsnormen fordert. Es gibt Kritik an den Überpüfungsmechanismen im Sozialbereich und daran, dass keine Existenzlöhne angestrebt werden.

 

HOLZPRODUKTE, NATURSTEINE, TEPPICHE, FISCHFANG

Auch für Holzprodukte oder Natursteine gibt es eigene Siegel, weiterhin für Teppiche und nachhaltigen Fischfang. Diese sind jedoch nicht hauptsächlich auf fairen Handel ausgelegt (sondern z.B. auf Nachhaltigkeit) oder betreffen Produkte, die man normalerweise nur in großen zeitlichen Abständen kauft und werden deshalb hier nicht näher vorgestellt.


Für einen noch detaillierteren Überblick im Dschungel der Siegel und Labels sorgt label online, ein Informationsangebot der Verbraucher Initiative e.V.

(Stand: Dez 2011, teilweise gerundete Angaben)